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Gogoll, Ruth: Eine Frau wie Zuckerwatte

Art.Nr.: 108034
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Gogoll, Ruth: Eine Frau wie Zuckerwatte

Es beginnt mit einem Tagebuch in der Vorweihnachtszeit: Einträge voller Sehnsucht, bis plötzlich die Liebe einschlägt wie ein Blitz. Kurz darauf scheint jedoch schon wieder alles vorbei zu sein. Bis sich am Heiligabend ein unerwartetes Geschenk enthüllt ...
Dieser kurze Anfang des Romans war unter dem Titel "Das Weihnachtstagebuch" bereits als eBook erhältlich, doch das Happy End war ein wenig verfrüht – denn die beginnende Liebe entpuppt sich als ungeahnt problematisch:
Nachdem das äußerst attraktive Geschenk unterm Weihnachtsbaum ausgepackt ist, beginnt eine leidenschaftliche Fernbeziehung mit heißen Nächten in Hotels, denn Kim ist wegen ihrer Arbeit in der Werbeagentur ständig unterwegs. Ihr Traum ist es, einmal selbst die Agentur zu übernehmen. Das einzige Hindernis dabei: Kims Chefin, denn die gibt ihre Firma nur unter einer Bedingung ab. Einer Bedingung, die das Liebesaus bedeuten würde. Doch alles ändert sich, als Kim während eines Fotoshootings auf Mallorca spurlos verschwindet ...
  • 240 Seiten
  • Softcover

Leseprobe:

»Du musst wirklich gehen?« Ich schaute sie mit einem Blick an, der beherrscht wirken sollte, es aber überhaupt nicht tat. Ich wusste, dass ich wahrscheinlich aussah wie ein Hund, der sein Frauchen um einen Spaziergang anfleht.

»Noch mehr kann ich meinen Urlaub nicht verlängern. Wirklich nicht«, sagte sie. Sie trat lächelnd auf mich zu. »Aber ich komme wieder. Das habe ich doch versprochen.«

Ihr Lächeln machte mich schwach, wie jedes Mal. Ich schluckte.

»Meine Schwester würde sich freuen, wenn du mehr Zeit mit ihr und ihrer Familie verbringst«, fuhr sie fort. »In Anbetracht der Umstände . . .« Sie schmunzelte.

Ich wand mich etwas. »Ich bin nicht so . . . der Familienmensch.«

Sie lachte. »Das wird sie dir schon austreiben!« Sie zog mich an sich. »Wir können telefonieren, skypen, uns jeden Tag sehen«, flüsterte sie in mein Ohr. »Und ohne dass du es merkst, bin ich schon wieder da.«

Ich musste erneut schlucken. »Sehen ist nicht dasselbe wie –« Ich konnte nicht weitersprechen.

Sie strich mit ihren Lippen über meine Wange. »Nein, ist es nicht, aber besser als nichts, oder?«

»Fünfhundert Kilometer«, wisperte ich. »Wie soll das gutgehen?«

»Ich fahre gern«, sie machte eine bedeutungsvolle Pause, »wenn es sich lohnt.«

»Ich fahre nicht so gern«, sagte ich, »aber wir können uns ja abwechseln.«

»Zuerst einmal komme ich in vier Wochen wieder«, versprach sie. »Ein verlängertes Wochenende kann ich bestimmt rausschlagen.« Sie seufzte. »Ich muss . . . Tut mir leid.« Sie nahm ihren Koffer auf. Dann setzte sie ihn mit einem Ruck wieder ab und riss mich in ihre Arme. »Ich vermisse dich jetzt schon«, flüsterte sie atemlos. Ihre Lippen fanden meine zu einem heißen Kuss.

Mir wurde ganz schwindlig, da ließ sie mich los, schnappte nun endgültig ihren Koffer und stürzte zu meiner Wohnungstür hinaus.

Ich setzte mich erst einmal, da mir die Knie wegknickten. Ihre Schwester würde sie zum Zug bringen, vielleicht war das auch besser so. Ich fühlte mich nicht besonders gut.

Es war der sechste Januar. Nach Neujahr hatte sie ihren Urlaub noch einmal verlängert. Ich hatte versucht, nicht darüber nachzudenken, dass auch diese Verlängerung einmal zu Ende gehen musste, und sie hatte es mir leicht gemacht, nicht daran zu denken. Doch man konnte die Tatsachen nicht ewig leugnen.

Am fünften Dezember hatten wir uns kennengelernt – nie würde ich diesen Tag vergessen –, und dieser letzte Monat war wie im Traum an mir vorbeigerauscht. Ein ganzer Monat. Ich konnte es kaum glauben. Es kam mir wie ein einziger Tag vor oder auch wie eine Ewigkeit. Mein Zeitgefühl hatte mich völlig verlassen.

Nun war sie fort, und die Wohnung kam mir leer vor. Seit sie sich mir als Weihnachtsgeschenk unter dem Baum präsentiert hatte, hatten wir uns keine Minute getrennt. Wir hatten zuerst kaum den Weg aus dem Bett gefunden, dann endlich auch einmal wieder einen Spaziergang in dem Winterwunderland gemacht, das uns umgab, im Schnee gespielt wie kleine Kinder, Schneemänner gebaut, Schneeballschlachten gekämpft und mit meinem alten Rodelschlitten den Hügel um die Ecke unsicher gemacht.



Diesen Artikel haben wir am Donnerstag, 08. September 2016 in unseren Katalog aufgenommen.